
Schimmel trotz Wärme und Lüftung
Vielen Menschen ist inzwischen bekannt, dass sich mit Wasserdampf beladene, so genannte “feuchte” Luft, wenn sie unter den Taupunkt abgekühlt wird, als Nebel an kalten Flächen niederschlägt. Was jedoch kaum einer weiß, ist, dass Wasser in Mikroporen (kleiner als 5 nm) bereits ab 70% relativer Feuchte kondensiert. D.h. obwohl nach Diagramm bis 100% eigentlich keine Kondensation auftreten dürfte, tritt sie doch auf!
Im Ergebnis betrifft dies hauptsächlich die kalten Ecken von Zimmern mit zwei Außenwänden. Hier gilt es natürlich, bereits bei Bau und Restaurierung Wärmebrücken zu vermeiden und ansonsten nicht noch zusätzlich durch Mobiliar die Luftbewegung zu behindern. Je dichter die Räume sind, desto mehr muss auf das Lüften geachtet werden. Besonders bei Schlafräumen hat es sich bewährt, nach dem Aufstehen fünf Minuten quer zu lüften, dann zu heizen (Feuchtigkeitsaufnahme der Luft) und dann nach dem Kaffee wiederholt fünf Minuten quer zu lüften.
Dann empfiehlt es sich, den Rest des Tages heizen, und erst nach der Arbeit die Heizung im Schlafzimmer ausdrehen, damit es zur Nacht nicht zu warm wird. Die warme feuchte Luft kann man dann vor dem Schlafengehen durch mehrmalige kurze Querlüftung entfernen. Ein während des Schlafens dauergekipptes Fenster dagegen kühlt den Raum aus - die Luft kann wenig Wasserdampf aufnehmen - die Heizung arbeitet heutzutage ja nicht mehr dagegen an, weil das mit Recht keiner bezahlen will.
Im Grunde gibt es eigentlich nur zwei Arten von völlig schimmelsicheren Häusern - alte, sehr sparsam gedämmte Häuser mit undichten Fenstern und ganz moderne Häuser mit automatischen Lüftungsanlagen und Grundofen.
Häuser, die nachträglich gedämmt werden und dann mit dichten Fenstern ausgestattet werden, haben immer ein Problem mit Wärmebrücken und der Lüftung.
Nun braucht Schimmel zum Wachsen zwei Dinge: Feuchtigkeit und Nahrung. Was ist Nahrung für den Pilz? Tapeten (Cellulose), Kleister und organische Farben (Dispersionsfarben). Auch hier kann man, gerade bei historischen Gebäuden mit chronisch feuchten Mauern ansetzen und nur anorganische Farben, Kalkfarben, Kalkputze oder Lehmputze und -schlämmen verwenden.
